Donnerstag, 5. August 2010

San Gil und Barichara








Von San Gil war ich erst mal nicht erfreut gestern bei der Ankunft, nach langen Stunden im Bus. Klang im Reiseführer schöner als es auf den ersten Blick aussah. Ist wohl das Zentrum für Abenteuersport in Kolumbien und liegt eingebettet zwischen hohen Bergen, mein erster Blick galt der stark befahrenen Hauptstrasse am Stadtrand... Am Busterminal fragte ich eine Frau nach einem billigen Hotel in der Nähe, sie kannte keins, wollte aber wissen, ob ich aus den USA wäre. Nein, aus Deutschland. Wo das denn sein - fragte sie daraufhin ihren Sohn, der zuckte die Schultern - in oder bei den USA ? Nein, das ist in Europa, klärte ich sie auf. "Was ? Und Sie sind ganz alleine hier ?" Sie starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an... :-) Ein billiges Hotel fand ich dann auch alleine & im Zentrum war der Ort netter, wie ich beim abendlichen Bummel feststellen konnte. Der war allerdings nur kurz - der Regen war mir gefolgt. Noch fix einen der geliebten kolumbianischen Strassensnacks - Arepa - ein Maisfladen, wahlweise pur oder mit Käse am Strassenrand, oder in kleinen Buden mit allem möglichen gefüllt. Bei mir gab es mit Huhn, Gemüse, Krabben und Käse. Sehr lecker, kostet zwischen 0.50 - 2.00 Euro. Heute morgen wieder strahlender Sonnenschein und nach dem Frühstück Bus gesucht nach Barichara - ein verschlafenes kleines Dörfchen, etwas ausserhalb in den Bergen. Kleine Wasserfälle, Bäume voller Tillansien (sieht aus wie Bärte), Berge, viel Grün drumherum, tolle Ausblicke. Im Dorf x Kirchen & strahlend weisse Häuschen, kleine Plazas, auch hier viel Grün, Vogelgezwitscher, kaum Autos, gemütliche Ruhe. Hätte ich geahnt, dass es dort einen Campingplatz gibt, wäre ich lieber direkt dorthin gefahren.
Und nun bin ich zurück in San Gil, pünktlich bei Ankunft begann der Regen. Ob ich noch einen Wandertag hier mache oder schon wieder weiterfahre, entscheide ich morgen früh. Ich bin hin- & hergerissen, zwischen "die Orte erkunden und geniessen" & "soviel wie möglich von Kolumbien sehen".
Kolumbien ist bis jetzt eine Ueberraschung, ich wusste ja vorher so gut wie nix über das Land - ausser Guerilla, Kokain, gefährlich & Costas Berichte über die teils gruseligen Dreharbeiten hier vor fast 10 Jahren. Nun hatte ich mich etwas durch den Reiseführer gelesen und im Internet rumgesucht und bin erstaunt. Der Lebensstandart ist offensichtlich höher als in Bolivien und Peru (deshalb leider das Reisen teurer als dort), die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit und die Natur/ Landschaften sehr abwechslungsreich. Ich bin gespannt, was ich noch so zu sehen kriege !
Und was auch sehr schön ist - hier gibt es endlich mal wieder richtig leckeren Kaffee!!!
Noch zwei was:
Die Leute haben hier eine lustige Art mit Handys zu telefonieren, ich muss jedesmal grinsen - ans Ohr halten, dann vor den Mund zum selber sprechen, dann wieder ans Ohr und lauschen... und so weiter - sieht komisch aus :-)
Und gestern unterwegs wurde ich doch wieder mal mit Mamita /Mamasita angesprochen ("Mütterchen") - ich weiss schon, dass ich nicht mehr 20 bin, aber Mütterchen finde ich schon doof. Habe auch länger überlegt, ob ich das hier erwähne :-) - ich sehe ja manche prusten vor Lachen beim Lesen. Aber normalerweise bin ich doch die "Amiga" - das ist mir auch lieber.
So, ich glaube der Regen hat aufgehört und ich kann wieder raus und noch etwas die Gegend erkunden. Bis bald wieder !

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